{"title":"Action-Inferno und Schlachtplatte der Extraklasse: In Die Herrschaft von Carnage lässt Marvels grausamster Schurke die fetzen Fliegen","slug":"panini-comics-die-herrschaft-von-carnage-review","url":"https://www.romanjasiek.de/panini-comics-die-herrschaft-von-carnage-review/","published_at":"2024-01-19T18:05:00.000Z","updated_at":"2026-10-12T17:16:46.000Z","excerpt":"»Was für eine Schlachtplatte!«, dachte ich, nachdem ich die letzte Seite von Die Herrschaft von Carnage gelesen hatte. Puh! Erst mal kurz sacken lassen. Gegen Ende des jüngst abgelaufenen Jahres gingen bei Panini noch so einige Comic-Highlights an den Start. Die Herrschaft von Carnage ist eines davon. Und auch wenn wir gleich noch einen genaueren Blick auf den Band werfen, kann ich eine Sache schon vorwegschicken: Viel mehr Action, Spannung und Adrenalin kann man kaum in ein paar bunte Panels pr","meta_description":null,"html":"<p>»Was für eine Schlachtplatte!«, dachte ich, nachdem ich die letzte Seite von <strong>Die Herrschaft von Carnage</strong> gelesen hatte. Puh! Erst mal kurz sacken lassen. Gegen Ende des jüngst abgelaufenen Jahres gingen bei <strong>Panini</strong> noch so einige Comic-Highlights an den Start. <strong>Die Herrschaft von Carnage</strong> ist eines davon. Und auch wenn wir gleich noch einen genaueren Blick auf den Band werfen, kann ich eine Sache schon vorwegschicken: Viel mehr Action, Spannung und Adrenalin kann man kaum in ein paar bunte Panels pressen, denke ich. Und das bei gleichzeitig unerhört hohem Unterhaltungswert. In einem Lied des im Juli 2023 verstorbenen Electro-Pioniers <strong>Tommi Stumpff </strong>heißt es: »Blut. Gehirn. Massaker.« Und so ganz falsch wäre das als Titel für die Post, die in <strong>Die Herrschaft von Carnage</strong> abgeht, auch nicht gewesen.</p><p><strong>Venom</strong> alias <strong>Eddie Brock</strong> kann man durchaus für einen unangenehmen Zeitgenossen halten. Allerdings hat man sich bei <strong>Marvel</strong> irgendwann dafür entschieden, <strong>Eddie Brock</strong> mitsamt seinem tendenziell mörderischen Aliensymbionten zu resozialisieren und ihn irgendwie zwar fragwürdige, aber letztlich doch oft gute Dinge machen zu lassen. Frei nach <strong>Goethe</strong> ist das Duo <strong>Eddie Brock</strong>/<strong>Venom</strong> Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Das geht sogar so weit, dass <strong>Brock/Venom</strong> im Dienst der <strong>US-Regierung</strong> unterwegs ist, um politische Schweinereien auszuführen. Nicht ohne Rückversicherung in Form eines Killswitches, versteht sich. Sicher ist sicher.</p><p><strong>Carnage</strong> alias <strong>Cletus Kasady</strong>, technisch von einem ähnlichen, wenn auch roten Symbionten befallen, ist ein ganz anderes Kaliber. An <strong>Kasady</strong> gibt es nichts Gutes mehr (sofern es das überhaupt jemals gab!), <strong>Carnage</strong> wird nur noch getrieben von der puren Lust auf Mord, Totschlag und dem Stiften von absolutem Chaos. Wenn es in der langen Liste von Schurken in <strong>Marvels</strong> reichhaltiger Schurkensammlung eine Figur gibt, die man als das absolute Böse ansehen kann – und muss! – dann ist es wohl <strong>Carnage</strong> bzw. <strong>Cletus Kasady</strong>. Und mit dem bekommt es <strong>Miles Morales</strong> alias <strong>Spider-Man</strong> hier zu tun. Direkt zum Auftakt des Geschehens versucht der junge <strong>Miles</strong>, Geiseln zu retten&nbsp;– nur um festzustellen, dass sämtliche Geiseln längst tot und von <strong>Carnage</strong> übernommen wurden. Und die nun in tödlicher Absicht auf <strong>die freundliche Spinne aus Brooklyn</strong> einprügeln. Unterstützung bekommt er unter anderem von <strong>Scorpion</strong>, der, um seine Strafe zu verkürzen, kurz mal die Seiten gewechselt hat und auf der Seite von Recht und Ordnung kämpft. Im Verlaufe der wirklich sehr spannenden und hochexplosiven Story erlangt <strong>Cletus Kasady</strong> Zugriff auf alte I<strong>ron-Man-Technologie</strong> von <strong>Tony Stark</strong>. Und damit auch Zugriff auf ein Netzwerk, welches die ganze Stadt verbindet – und es <strong>Cletus</strong> ermöglicht, theoretisch jeden Menschen in <strong>New York</strong> zu übernehmen und zu seinem mörderischen Sklaven zu machen. Eine Möglichkeit, von der <strong>Cletus</strong>, dessen Symbiont sich überdies auch noch mit einer Rüstung <strong>Iron Mans</strong> verbunden hat, selbstredend Gebrauch macht&nbsp;…</p><p>Wie eingangs schon erwähnt: Ich glaube, viel mehr Action, Spannung, Adrenalin und im besten Sinne Popcorn-Unterhaltung als hier auf den vorliegenden 204 Seiten geboten wird, kann man kaum in einem Comic unterbringen. Wäre dies ein Film innerhalb des <strong>Marvel Cinematic Universe</strong> geworden, hätte er gute Chancen gehabt, als Blockbuster des Jahres gefeiert zu werden. Was das Autorenduo <strong>Alex Paknadel</strong> und <strong>Cody Ziglar</strong> hier auffährt, das ist schon ein ziemliches Brett. Das durch die fantastischen Bilder der für die Zeichnungen verantwortlichen <strong>Federico Vicentini</strong>, <strong>Fran Galan</strong> und <strong>Jan Bazaldua</strong> perfekt unterstützt wird. Falls Ihr mal auf der Suche nach einem Comic seid, um dynamische, lebhafte und förmlich lebendige Zeichnungen und Panels zu demonstrieren (und die kein Manga sind), dann empfiehlt sich <strong>Die Herrschaft von Carnage</strong> als eine Referenz. Die lebhafte und sehr bunte Farbgebung unterstreicht den völlig übertriebenen Charakter des Comics. Ganz großes Kino! Für das bessere Verständnis (etwa warum beispielsweise nicht mehr <strong>Tony Stark</strong> Herr im eigenen Firmenimperium ist und es daher <strong>Cletus Kasady</strong> relativ einfach hatte, an <strong>Stark-Technologie</strong> zu kommen), empfiehlt sich die Lektüre der Comics <strong>Miles Morales: Spider-Man 1 (Im Visier)</strong> und <a href=\"https://www.romanjasiek.de/panini-comics-der-unbesiegbare-iron-man-das-leben-des-tony-stark-review/\" rel=\"noreferrer\"><strong>Der unbesiegbare Iron Man: Das Leben des Tony Stark</strong></a>, da sich Entwicklungen, die in jenen Comics ihren Anfang nahmen, hier fortsetzen.</p><p>Wenn der Anspruch an einen Comic ist, ein Höchstmaß teilweise brachialer Action serviert zu bekommen, und das auch noch ununterbrochen, eingerahmt in eine spannende, zum Fingernägelkauen verleitende Handlung und tolle Bilder&nbsp;– <strong>Die Herrschaft von Carnage</strong> erfüllt das mit Bravour. In Schulnoten ausgedrückt: eine 1+!</p><figure class=\"kg-card kg-image-card kg-card-hascaption\"><img src=\"https://storage.ghost.io/c/90/34/9034555f-2939-4c04-8b42-89dcff4387d3/content/images/2026/10/die-herrschaft-von-carnage-1.jpg\" class=\"kg-image\" alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"785\" height=\"1200\" srcset=\"https://storage.ghost.io/c/90/34/9034555f-2939-4c04-8b42-89dcff4387d3/content/images/size/w600/2026/10/die-herrschaft-von-carnage-1.jpg 600w, https://storage.ghost.io/c/90/34/9034555f-2939-4c04-8b42-89dcff4387d3/content/images/2026/10/die-herrschaft-von-carnage-1.jpg 785w\" sizes=\"(min-width: 720px) 720px\"><figcaption><span style=\"white-space: pre-wrap;\">© Panini Comics</span></figcaption></figure>","tags":["Comics"],"authors":["Roman Jasiek"],"feature_image":"https://storage.ghost.io/c/90/34/9034555f-2939-4c04-8b42-89dcff4387d3/content/images/2026/10/die-herrschaft-von-carnage.jpg","archived_at":"2026-10-12T17:36:04.194Z"}